Alle Krankheiten beginnen im Darm. Hippokrates 

By Lidija Vecerin & Rolf Weiss | Gesundheit

Mrz 03

Dem Darm kommt eine wichtige Funktion im menschlichen Organismus zu.

Wie bedeutsam die Darmgesundheit ist, war schon in der Antike bekannt. Der griechische Mediziner Hippokrates verwies bereits darauf, dass alle Krankheiten ihren Ursprung im Darm haben. Dies hat vor allem mit seinen vielfältigen Funktionen zu tun, und damit, dass die Verstoffwechselung einen zentralen Prozess im Körper des Menschen darstellt.

Er ist ausserdem zuständig für Bereiche der Immunfunktion, die massgeblich durch die aus Darmbakterien entstehende Darmflora beeinflusst wird.
Je mehr sich die Wissenschaft mit den Därmen beschäftigt, desto deutlicher tritt hervor, dass es ein sogenanntes Darm-Hirm gibt. Dies besteht aus Nervengeflechten im Dickdarm, die viele wichtige Prozesse im Körper steuern.
Krankheiten, die die Därme betreffen, sind heutzutage leider weit verbreitet. Dazu gehören beispielsweise Morbus Crohn oder Zöliakie, die die Lebensqualität stark einschränken können. Um rundum gesund zu bleiben, ist es daher sehr wichtig, die Gesundheit des Darmes zu unterstützen.

Der Vorgang der Verdauung

Der Darm ist der Ort der Verstoffwechselung der Nahrung, die wir täglich aufnehmen. Hier geschieht die Versorgung der Körpersysteme mit allen nötigen Bausteinen, die für den Aufbau von Strukturen und die Funktionen von Zellen und Organen wichtig sind. Alle Zellen sind darauf angewiesen, mit bestimmten Elementen wie Mineralstoffen, Eiweißen, Fetten, Vitaminen und Spurenelementen versorgt zu werden. Ohne diese kann der Körper seine Funktionen nicht aufrecht erhalten. Dickdarm und Dünndarm spielen hier also eine grundlegende Rolle.
Um die Aufgaben des Darms zu verstehen, ist es gut, den genauen Aufbau der einzelnen Abschnitte des Darmes zu kennen, und zu verstehen, wie die Nahrung verstoffwechselt wird. Sie wird im Magen durch die Magensäure zerlegt, nachdem sie im Mund bereits durch das Kauen zerkleinert wurde. Dann gelangt der Nahrungsbrei in den Zwölffingerdarm, der den ersten Abschnitt des Dünndarms bildet. Hier kommt es zu einem wichtigen Vorgang, denn die Verdauungssekrete aus Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse werden dem Nahrungsbrei zugefügt. Diese Sekrete helfen dabei, Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße aufzuspalten. Dies ist notwendig, damit die Bausteine verwertet werden können. Dies geschieht in den folgenden Teilen des Dünndarms. Durch die Darmwand werden alle verwertbaren Bausteine in das Blut aufgenommen. Bei diesem Vorgang spielt die aus Schleimhaut bestehende Darmwand eine wichtige Rolle. Ihre gesunde Funktion sorgt dafür, dass nur die Stoffe in den Blutkreislauf gelangen, die auch verwertet werden können. Alle unverdaulichen Bestandteile werden weiter in den Dickdarm transportiert, in dem die meisten Darmbakterien leben. Dort wird dem Kot nun Wasser entzogen, er wird eingedickt und an den Mastdarm weitergegeben.

Kommt es innerhalb des Verdauungsprozesses im Darmes zu Störungen, entstehen Magen-Darm Beschwerden wie Durchfall, Blähungen oder Verstopfungen. Schädigungen der Darmschleimhaut oder der Darmflora und Dysbalancen der Darmbakterien können auch zu Allergien, Unverträglichkeiten und anderen gesundheitlichen Problemen führen.
Letztendlich sind sehr viele Krankheiten auf Dysfunktionen oder Entzündungen in Dick- oder Dünndarm zurückzuführen. Nicht zu unterschätzen sind auch psychische Einflüsse. Hier kommt das Darm-Hirm ins Spiel, denn es bestehen komplexe Zusammenhänge zwischen dem Nervensystem und dem Darm, die sich auch auf die Gesundheit auswirken können.

Der Darm als Schlüssel zur Gesundheit

Die Gesundheit ist von vielen Faktoren abhängig, die vor allem durch den persönlichen Lebensstil geprägt werden. Ein grundlegender Bereich ist hier die Auswirkung dieser Faktoren auf die Darmgesundheit. Nicht nur die Ernährung, sondern auch Bewegung und der Umgang mit Emotionen sind hier besonders wichtig und einflussreich. Der Darm trägt in sich den Schlüssel zur Gesundheit. Seine Hauptaufgaben sind die Verstoffwechselung und die Immunfunktion. Wie gut er seine Aufgaben wahrnehmen kann, entscheidet sich schon früh. Die Darmflora mit den Darmbakterien wird beim Säugling darüber ausgebildet, dass Bakterien bei der Geburt durch die Mutter aufgenommen werden, und indem weitere Bakterien aus dem Boden und der Umgebung in den Darm gelangen.


Daher kann übertriebene Hygiene bei Kindern auch zu einem Problem werden, nämlich dann, wenn dadurch keine vielfältige Auswahl an Bakterien angeboten wird. Die Folgen davon können sich auch erst später im Leben zeigen. Auch Toxine wie Schwermetalle etc. wirken sich negativ auf die Darmgesundheit aus, und können die Darmschleimhaut zerstören. Die so entstehenden Dysbalancen und Störungen im Darmbereich wirken sich auf unterschiedliche Weise aus. Entzündungen schwächen zusätzlich die Darmschleimhaut und beeinträchtigen die Aufnahme wichtiger Stoffe in den Körper. Die Folge davon können ein Mangel an Vitaminen oder anderen wichtigen Mineralstoffen sein. Außerdem kann es zu chronischen Erkrankungen des Darms, wie Morbus Crohn kommen, die auch das Darm-Hirm empfindlich beeinträchtigen.

Symptome wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder ständige Magen-Darm Beschwerden deuten auf Probleme in den Därmen hin. Häufig kommt es zu durch Viruserkrankungen zu Magen-Darm, diese Beschwerden können in ihrem Schweregrad sehr unterschiedlich sein, dauern aber meistens nur ein paar Tage an. Wirklich problematisch sind chronische Zustände. Denn dadurch wird der Organismus dauerhaft geschwächt. Und eine immer schlechter werdende Darmfunktion ist der Beginn vieler Krankheiten, deren Ursprung man nicht in den Gedärmen suchen würde. Fehlen bestimmte Darmbakterien können bestimmte Vitamine vom Körper nicht selbst hergestellt werden, was sich langfristig negativ auf die Funktion von Zellen und Organen auswirkt.
Auch das Thema Übergewicht hängt eng mit der Gesundheit zusammen, und wird teilweise über Darmbakterien, hier vor allem die Firmicutes, beeinflusst.

Dass der Darm die Wurzel der Gesundheit ist, war bereits in der Antike bekannt. Und tatsächlich hat auch die Wissenschaft mittlerweile nachgewiesen, dass er eine enorm wichtige Bedeutung für die Immunfunktion des gesamten Organismus hat. Hier spielen vor allem die Darmbakterien der Darmflora eine besondere Rolle, die auch mit dem Darm-Hirm zu tun haben, und sich aus Bakterienstämmen der Firmicutes und Bacteroideten zusammensetzen. Über 400 verschiedene Bakterienarten sind bekannt, die den Dickdarm besiedeln, und von dort aus wichtige Steuerungsfunktionen im Immunsystem und Darm-Hirm übernehmen. Darunter u.a. die Enterokokken, Lactobazillen, Bifidobakterien und Streptokokken. Eine Aufgabe des Immunsystems ist es, Antikörper gegen Viren und Bakterien zu bilden. An dieser Funktion sind auch die Darmbakterien beteiligt. Sie stehen in Kontakt zu bestimmten Körperzellen und regulieren deren Funktionen. Die Erforschung dieser Kommunikation zwischen Bakterien und Zellen ist noch ein relativ neues Gebiet, und längst sind nicht alle Zusammenhänge im Rahmen der Aufgaben des Darms entschlüsselt. Doch klar ist, dass die Därme und die Immunfunktion sehr eng miteinander verknüpft sind, wodurch die Bedeutung des Darms für die allgemeine Gesundheit unterstrichen wird.

Darm mit Charme – Darmgesundheit erhalten

Wer gesund bleiben will, kümmert sich um seine Darmgesundheit. Und wer bereits unter einer Erkrankung leidet, tut das auch. Diese Schlussfolgerung lässt sich aus den bisher gewonnenen Erkenntnissen über die Bedeutung des Darms ziehen. Und auch wenn „nur“ Beschwerden wie Durchfall oder Magen-Darm Beschwerden häufiger als üblich auftreten, sollte man hellhörig werden, und die Darmgesundheit in den Mittelpunkt rücken.
Neben einer gesunden Ernährung gibt es viele Methoden, die Därme gesund erhalten, und einen Darm mit Charme fördern, wie die Darmreinigung oder das Fasten.
Eine Untersuchung der Darmflora ist über eine Stuhlanalyse möglich, und kann wertvolle Auskünfte über das Vorhandensein bestimmter Darmbakterien liefern. Wenn bestimmte Bakterien fehlen, oder „schlechte“ Bakterien im Übermass vorhanden sind, kann dies über spezielle Präparate reguliert, und die Darmflora so dann auch beeinflusst werden. Antibiotika sollte man weitestgehend meiden, denn sie tragen massiv dazu bei, dass die Darmflora zerstört wird. Diese Medikamente werden leider viel zu häufig verschrieben, und in Sachen Gesundheit kann dadurch ein Teufelskreis seinen Anfang nehmen. Die durch Antibiose zerstörte Darmflora kann die Grundlage für viele Erkrankungen bilden, und bereits bestehende Krankheiten auf lange Sicht verschlechtern.

Um die Därme von Grund auf zu reinigen, bietet sich eine Darmreinigung an, die entweder über einen Heilpraktiker oder Arzt, aber auch in einfacherer Form selbst zuhause durchgeführt werden kann. Auch regelmässige Fastentage sind sinnvoll und gut für den Darm. Auf lange Sicht macht sich das Engagement für den Darm gesundheitlich bezahlt, indem nicht nur die körperliche Gesundheit gestärkt wird, sondern sich auch das emotionale und seelische Wohlbefinden bessert.

About the Author

Wir beide sind Vitalstoffberater und befassen uns seit längerer Zeit mit Gesundheit und gesunder Ernährung

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