Krank durch Übersäuerung 

By Lidija Vecerin & Rolf Weiss | Gesundheit

Mrz 02

Ein übersäuerter Körper – Eine oft unerkannte Gefahr

Ein übersäuerter Körper kann die Ursache für zahlreiche gesundheitliche Probleme sein. Nicht selten kommt es dabei vor, dass die Übersäuerung als Krankheitsursache lange unentdeckt bleibt. Dieses Problem ist massgeblich darauf zurückzuführen, dass den Betroffenen dieses Phänomen einschließlich der Folgen unbekannt ist. Die naheliegende Vermutung, es handele sich bei einer Übersäuerung um überschüssige Magensäure oder den übermäßigen Genuss saurer Lebensmittel ist falsch. Vielmehr ist bei einer Übersäuerung der Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus dem natürlichen Gleichgewicht geraten. Dadurch liegt der PH-Wert als Messeinheit zur Bestimmung des basischen oder sauren Charakters der Körperflüssigkeit unter 7.

 

Anzeichen für eine Übersäuerung des Körpers

Die häufig späte Feststellung einer Übersäuerung liegt daran, dass sich diese schleichend entwickelt. Beim Auftreten erster Hinweise auf die Störung der notwendigen Balance zwischen Säuren und Basen sind diese noch nicht besonders ausgeprägt und krankheitsspezifisch. Die Zuordnung von allgemeinen Symptomen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit oder Muskelkrämpfe ist daher in der ersten Phase der Veränderung schwierig. Als Symptome für eine Übersäuerung können bei fortschreitender Entwicklung folgende körperliche Beeinträchtigungen auftreten:

  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Unwohlsein
  • Entzündungen
  • Antriebsschwäche
  • Gereiztheit
  • Ungewohnte Müdigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Hautprobleme wie Neurodermitis, Ekzeme
  • Muskelkrämpfe und Gelenksschmerzen
  • Übergewicht
  • Kopfschmerzen
  • Allergien

Für eine Übersäuerung kommen verschiedene Ursachen infrage.

Mögliche Gründe für eine Übersäuerung

Eine ungesunde Lebensführung, Ernährung und Stress sind häufig für das Entstehen einer Übersäuerung verantwortlich. Im Einzelnen kommen folgende Ursachen kommen in Betracht:

  • Alltagsernährung mit einem zu hohen Anteil an säurebildenden Lebensmitteln oder zu geringem Anteil an basenbildenden Lebensmitteln (Verzehr von tierischen Fetten und Eiweißen sowie Süssigkeiten, Weissmehlprodukten und Fertiggerichten)
  • Ernährung und Umwelt belasten den Körper durch Giftstoffe, Schwermetalle
  • Nährstoffdefizite der Lebensmittel durch veränderte Bodenbeschaffenheit landwirtschaftlich genutzter Flächen sowie Anbau- und Herstellungsmethoden (Farbstoffe, Konservierungsstoffe etc.)
  • Durch Waschen und Erhitzen bei der Zubereitung entstehen zusätzliche Mineralstoffverluste
  • Zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Übermässiger Konsum von Genussmitteln wie Alkohol oder Nikotin
  • Verringerte Säureausscheidung durch unzureichende Bewegung
  • Stress durch Zeitdruck, Hektik, Sorgen und Ärger
  • Schlafstörungen
  • Regelmässige Einnahme bestimmter Medikamente

Eine Übersäuerung kann zu zahlreichen Beschwerden und Krankheiten führen.

In allen Körperbereichen können Folgen von Übersäuerung auftreten

Eine Übersäuerung kann den gesamten Organismus beeinträchtigen. Die Reaktionen der einzelnen Organeund die gesundheitlichen Folgen können von Karies bis zu Akne, Migräne oder Bluthochdruck vielseitig sein. Sie werden meistens erst dann bemerkt, wenn wichtige körperliche Regelungssysteme nur noch eingeschränkt funktionieren. Für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sorgen Stoffwechsel, Verdauung, Atmung und Hormonproduktion. Einige Puffersysteme des Blutes wie das Kohlensäure-Bicarbonat-System leisten dabei Unterstützung. Wird die bedarfsorientierte Balance gestört, können sich Schlacken im Bindegewebe ablagern. Dadurch können Falten, Cellulite, Osteoporose oder Gallensteine entstehen. Außerdem kann eine Verstoffwechslung säurebildender Lebensmittel zu Harnsäure führen, aus der sich Harnsteinkristalle bilden können. Diese können sich in Gelenken ablagern und Gicht fördern. Kann der saure Speisebrei im Darmaufgrund eines Basenmangels nicht mehr neutralisiert werden, kann es zu Verstopfung, Blähungen und Selbstvergiftung des Körpers kommen. Die Darmflora wird dadurch zunehmend beeinträchtigt und anfälliger. Als körperliche Abwehrreaktion kann es zum Durchfall kommen. Die notwendige Neutralisierung von Säurendurch basische Mineralien kann zu einer Mineralstoffunterversorgung des Körpers führen. Bei längerer Dauer dieses Defizits sind verschiedene Erkrankungen möglich. Die möglichen Folgen einer Übersäuerung im Überblick:

  • Erkrankungen des Verdauungstraktes wie Darmkrämpfe, Darmentzündungen und Sodbrennen sowie Magengeschwüre und Gallensteine
  • Rheumatische Erkrankungen, Gelenksschmerzen
  • Allergien und Heuschnupfen
  • Muskelkrämpfe
  • Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis sowie Ekzeme
  • Cellulite, Osteoporose
  • Verminderte Leistungsfähigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Häufige Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Erhöhte Reizbarkeit, depressive Verstimmungen
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen (Reduzierte Fliessgeschwindigkeit des Blutes und verringerte Elastizität der Blutgefässe)
  • Karies, Parodontitis
  • Gicht

Möglichkeiten zur Vermeidung und Verringerung einer Übersäuerung

Durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit einem höheren Anteil an basischen Lebensmitteln kann das Problem einer krank machenden Übersäuerung gelöst werden. Dabei sind pflanzliche Lebensmittel zu bevorzugen. Zu den basischen Nahrungsmitteln für Alltagsernährung zählen:

  • Kartoffeln
  • Gemüse
  • Obst
  • Blattsalate
  • Zwiebeln
  • Buttermilch
  • Sojabohnen
  • Stilles Mineralwasser
  • Ungesüßte Fruchtsäfte

Die Ernährung mit basischen und säurebildenden Nahrungsmitteln sollte etwa im Verhältnis von 3:1 erfolgen. Phosphor, Schwefel, Jod und Chlor zählen zu den säurebildenden Mineralstoffen. Als basenbildende Mineralstoffe gelten Natrium, Magnesium, Calcium und Kalium. Teststreifen zur PH-Wert-Messung sorgen für eine zuverlässige Feststellung, ob der persönliche Säuren-Basen-Haushalt in Ordnung ist.

Kaffee ist nicht gleich Kaffee – Die ungeröstete Alternative

Kaffee gilt weltweit als beliebtes, alkoholfreies Getränk. Es fördert Wachsamkeit, Konzentration und Geselligkeit. Kaffee wird nicht nur von Berufstätigen als Pausenfüller bevorzugt. Durch den Konsum von Kaffee wird der Stoffwechsel und damit die Fettverbrennung angeregt. Der maßvolle Kaffeegenuss soll sogar nach neueren Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung eine vorbeugende Wirkung bezogen auf zahlreiche Erkrankungen haben. Der Säureanteil ist von der Kaffeesorte, dem Röstverfahren und der Zubereitungabhängig. Durch das Röstverfahren entstehen zusätzliche Reizstoffe. Eine hervorragende Alternative als Kaffeegenuss ist daher grüner KaffeeLactosefrei, vegan und glutenfrei sowie ohne Konservierungsstoffe und Gentechnik. Diese ideale Verbindung von Genuss und wertvollen Inhaltsstoffen, die nicht durch ein Röstverfahren verloren wurden. Gegenüber einer gerösteten Kaffeebohne ist auch der höhere Gehalt an Chlorogensäure vorteilhaft. Grüner Kaffee besteht ausschliesslich aus gesunden, natürlichen Zutaten. Es handelt sich um eine empfehlenswerte Wahlmöglichkeit zu konventionellen Kaffeebohnen. Dies gilt nicht nur für säureempfindliche Kaffeeliebhaber.

Fazit

Die Problematik eines übersäuerten Körpers ist zahlreichen Menschen nicht bekannt. Außerdem mangelt es an frühzeitigen Warnhinweisen mit eindeutigen Symptomen. Es ist daher zweckmäßig, zur persönlichen Orientierung den PH-Wert mittels Teststreifen zu überprüfen. Außerdem ist eine spezielle Nährwert-Tabellezur Feststellung der PH-Werte von Lebensmitteln hilfreich. Insgesamt sind mehr Aufklärung und ein verändertes Bewusstsein erforderlich, um Unwohlsein und Erkrankungen zu verhindern. Sollte der Säure-Basen-Haushalt gestört sein, ist eine Ernährungsumstellung kombiniert mit mehr Bewegung die richtige Antwort. Sinnvoll sind auch Alltagsveränderungen wie beispielsweise eine Umstellung auf grünen KaffeeSportliche Betätigung und Wärmeunterstützung wie Saunieren können zur Entsorgung bestehender Schlackenansammlungenbeitragen. Abnehmen wirkt ebenfalls gefahrenreduzierend. Je nach persönlicher Situation empfiehlt sich zum Beginn einer Ernährungsumstellung ein Entsäuerungsprogramm.

About the Author

Wir beide sind Vitalstoffberater und befassen uns seit längerer Zeit mit Gesundheit und gesunder Ernährung

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